Was ist Short Interval Management (AIC)?
Short Interval Management, im Französischen „animation à intervalle court“ (AIC) genannt, auch SIM (Short Interval Management) bezeichnet, ist ein zentrales Werkzeug des **Lean Managements**. Ziel dieses Werkzeugs ist es, **gemeinsame Ziele zu teilen** und mithilfe von Kennzahlen **Störungen und Zeitverluste**, die durch bestimmte Prozesse entstehen, sichtbar zu machen.
Diese Kurzintervall-Runden stützen sich auf **visuelles Management**, um **Leistungskennzahlen**, sogenannte **KPIs**, zu verfolgen und die Leistung des Standorts zu steuern. Dank dieser visuellen Elemente lassen sich **Leistungsabweichungen in Echtzeit** erkennen, um bei Problemen schnell zu reagieren.
Was sind die Schritte der AIC?
Der AIC-Prozess besteht darin, kurze Zyklen aus der Identifikation und Umsetzung wirksamer Maßnahmen zu wiederholen, um die **Leistung zu verbessern**. Jeder Zyklus umfasst **4 Schritte**: Die ersten 2 sind ein Rückblick auf den gerade abgelaufenen Zyklus, die letzten 2 dienen der Vorbereitung des nächsten Zyklus:
- Die Verluste des vorherigen Zyklus prüfen, um wirksame Maßnahmen zu ihrer Verbesserung einzuleiten,
- Die Maßnahmen des vorherigen Zyklus prüfen, um ihre Wirksamkeit im Zyklus zu bewerten,
- Die mit Änderungen verbundenen Risiken mit negativer Auswirkung identifizieren,
- Über die Maßnahmen entscheiden, die zur Leistungsverbesserung umzusetzen sind.
So verbindet das Short Interval Management die historische Analyse der Gesamtleistung und der umgesetzten Maßnahmen, die Identifikation künftiger Risiken und die Planung von Maßnahmen mit positiver Wirkung.
Die AIC basiert auf **sehr kurzen Meetings**, die **an den Produktionsstandorten** in einem **begrenzten Teilnehmerkreis** stattfinden. Diese Meetings dienen dazu, kurzfristig auftretende Probleme zu erkennen und **schnell umsetzbare Lösungen** zu aktivieren.
Diese **Meetings**, die in der Regel **nicht länger als 10 Minuten** dauern, gliedern sich in 3 Phasen:
- Früher aufgetretene Probleme identifizieren und mögliche Lösungen finden,
- Änderungen identifizieren, die in der Produktion auftreten können, und Lösungen finden, damit sie die Leistung nicht negativ beeinflussen,
- Prioritäten festlegen, indem die umzusetzenden Maßnahmen nach Wichtigkeit und Auswirkung geordnet werden.
Damit diese Meetings möglichst effizient sind, sollte ein gezieltes **Team aus 3 oder 4 Personen** zusammengestellt werden, die befugt sind, direkte Maßnahmen im **Fertigungsprozess** zu ergreifen.
Wird in diesen **kurzen Meetings** ein gravierenderes Problem erkannt, muss es an die Führungsebene weitergeleitet werden, um ihm ein eigenes Meeting zu widmen, ohne den **AIC-Prozess** zu beeinträchtigen.
Welche Vorteile bietet die AIC?
Die Vorzüge der **AIC** sind vielfältig. Wie bereits erwähnt, ermöglicht sie insbesondere, Informationen in Echtzeit zu visualisieren, um bei **Problemen** schnell reagieren zu können. Darüber hinaus ermöglicht sie auch:
- Den Mitarbeitenden wieder mehr Eigenverantwortung zu geben,
- Die Ziele auf mehreren Ebenen des betrachteten Produktionsstandorts aufeinander abzustimmen,
- Eine Überlastung der Führungskräfte zu vermeiden, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern.
Dank dieser zahlreichen **Vorteile** hat sich dieses Werkzeug in der Industrie fest etabliert und wurde zudem durch das Aufkommen neuer **digitaler Werkzeuge** weiter verbessert.
Das Aufkommen der digitalen AIC
Wie viele Lean-Management-Werkzeuge in der Industrie nutzt die **AIC** inzwischen neue Technologien, um ihre **Effizienz zu steigern**. Die Digitalisierung der Unterlagen mithilfe spezialisierter Software hat so einen besseren **Informationsaustausch zwischen den Beteiligten**, eine **Echtzeit-Transparenz der Leistungskennzahlen**, um agiler auf Kundenanforderungen zu reagieren, oder auch eine Stärkung der **kollektiven Intelligenz** des Standorts ermöglicht.
Das Aufkommen der **digitalen AIC** fördert eine Kultur der **kontinuierlichen Verbesserung** und der **operativen Exzellenz**. Außerdem ist sie ein partizipativer Führungsstil, der den Mitarbeitenden mehr **Eigenverantwortung** ermöglicht.
Wie führt man die AIC ein?
Es gibt Fahrpläne, die die Einführung der AIC erleichtern. Zu den wichtigsten Etappen gehören die Festlegung eines **Pilotbereichs**, die Definition der **für den betrachteten Produktionsstandort relevanten Leistungskennzahlen**, die Überprüfung der **Genauigkeit und Qualität der Daten** sowie die Erstellung eines **Überwachungswerkzeugs**.
Wer Short Interval Management einführen möchte, sollte zudem unbedingt **operative Technologie** einbinden, um die Leistung deutlich zu steigern.
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